Dienstag, 11. Dezember 2012

Statements von ökumenischen Besuchern im April 2011



Annette Reus, Referentin für Schulung und Fortbildung in den Bereichen Ehrenamt und Gemeindeentwicklung im Bistum Hildesheim
        
„Beeindruckt hat mich die Vision von Nebenan, mitten im Plattenbau und zusammen mit denen, die dort leben, ein ‚Heil-Land‘ aufzubauen.
Was Nebenan von manchen anderen missionarischen Initiativen unterscheidet, ist, dass die Teammitglieder Nebenan nicht primär als professionelle Arbeit verstehen, sondern mit ihrem eigenen Leben, mit ihrer Wohnung und Existenz dort eingetaucht sind. Nebenan ist kein bloßes Projekt, sondern eine Lebenshaltung. Hier wird das Christsein nicht in Gottesdienste ausgelagert, sondern der Gottes-Dienst findet in meinen Augen quasi in den unmittelbaren Beziehungen statt.
So könnte eine Gemeinde der Zukunft vielleicht aussehen: Eine Gemeinde, die geprägt ist von gelebter Gastfreundschaft, die tief im Glauben verwurzelt ist und die die Sorgen und Hoffnungen ihrer Nachbarn zu ihren eigenen macht.“


Veronika Jürgens, Gemeindereferentin, Hildesheim

„Ein Wochenende mit dem ‚nebenan-Team‘ und ihren Nachbarn haben tiefe Spuren in mir hinterlassen. Am meisten berührt mich, mit welcher Liebe, Achtsamkeit und Hingabe die Menschen von ‚nebenan‘ für Gott und ihre Nachbarn einfach ‚da‘ sind. Für drei Tage durften wir ihre Nachbarn sein und
erleben, wie sie nicht nur ihre Zeit sondern alles, was zu ihnen gehört mit uns teilten: ihre Wohnungen, ihren Glauben, kurz: ihr Leben. Selten sind mir
Menschen begegnet, die so nah bei den Sorgen, Ängsten und Freuden der
Menschen in ihrer Nachbarschaft sind und bereit sind, echt viel für sie zu
geben.“

Bernhard Setzer, Hildesheim
„In einem weitgehend entchristlichten Milieu gelingt es dem Vikar und seinem Helfer, einem Kirchenpädagogen, auf der Basis des ‚missionarischen Grüßens‘ so etwas wie das Reich Gottes zu verwirklichen, indem Menschen aller Herkunft und aller Glaubens- bzw. Nichtglaubensrichtungen angesprochen und willkommen geheißen werden. Welch Freude bei unseren protestantischen Brüdern über die die Entwicklung eines Kontaktes, über ein Lächeln, eine erste Nachfrage, eine solidarische Regung bei Menschen, die in mehrfacher Hinsicht in ihrer Biographie als gebeutelt angesehen werden können. Pastoral niederschwelligster Art ist das,   initiiert von Idealisten, deren grenzenloses Gottesvertauen sich mehrfach täglich in der Schlichtheit eines freiformulierten Gebetes ausdrückte.
‚Und das Wort ist Fleisch geworden, und hat unter uns gewohnt‘.
Diese zentrale Wahrheit des Johannesevangeliums konnten wir sechs  aus Hildesheim als verwirklicht erfahren, nicht nur als Beobachter, sondern auch als Mitwirkende, sei es bei einem Taufgottesdienst, sei es bei einem Kinderfest , gefeiert und durchgeführt mit minimalsten materiellen Mitteln. Was zählte war die Beziehung, die Ansprache, was zwar Überwindung kostet, aber sogleich spontane Erwiderungen hervorbrachte – Zeichen von Vertrauen. Welch Freude unsererseits während dieser paar Tage, von unbekannten Menschen angesprochen zu werden, die sich uns – wer hätte das gedacht – erstaunlicherweise weit öffneten und uns einen Einblick in die Herzen ihrer Biographie erlaubten, bei aller Schlichtheit und Unbeholfenheit.
Ja, Gott zeigt sich im Schwachen.
In der Sprache unseres Glaubens: Hier wehte der Geist Gottes, der befreit und beflügelt.“

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