Annette
Reus, Referentin für Schulung und Fortbildung in den Bereichen Ehrenamt
und Gemeindeentwicklung im Bistum Hildesheim
„Beeindruckt hat mich die
Vision von Nebenan, mitten im
Plattenbau und zusammen mit denen, die dort leben, ein ‚Heil-Land‘ aufzubauen.
Was Nebenan von manchen anderen missionarischen Initiativen
unterscheidet, ist, dass die Teammitglieder Nebenan
nicht primär als professionelle Arbeit verstehen, sondern mit ihrem eigenen
Leben, mit ihrer Wohnung und Existenz dort eingetaucht sind. Nebenan ist kein bloßes Projekt, sondern
eine Lebenshaltung. Hier wird das Christsein nicht in Gottesdienste
ausgelagert, sondern der Gottes-Dienst findet in meinen Augen quasi in den
unmittelbaren Beziehungen statt.
So
könnte eine Gemeinde der Zukunft vielleicht aussehen: Eine Gemeinde, die
geprägt ist von gelebter Gastfreundschaft, die tief im Glauben verwurzelt ist
und die die Sorgen und Hoffnungen ihrer Nachbarn zu ihren eigenen macht.“
Veronika
Jürgens, Gemeindereferentin,
Hildesheim
„Ein Wochenende mit dem ‚nebenan-Team‘
und ihren Nachbarn haben tiefe Spuren in mir hinterlassen. Am meisten berührt
mich, mit welcher Liebe, Achtsamkeit und Hingabe die Menschen von ‚nebenan‘ für
Gott und ihre Nachbarn einfach ‚da‘ sind. Für drei Tage durften wir ihre
Nachbarn sein und
erleben, wie sie nicht nur
ihre Zeit sondern alles, was zu ihnen gehört mit uns teilten: ihre Wohnungen,
ihren Glauben, kurz: ihr Leben. Selten sind mir
Menschen begegnet, die so nah
bei den Sorgen, Ängsten und Freuden der
Menschen in ihrer
Nachbarschaft sind und bereit sind, echt viel für sie zu
geben.“
Bernhard Setzer, Hildesheim
„In einem weitgehend
entchristlichten Milieu gelingt es dem Vikar und seinem Helfer, einem Kirchenpädagogen,
auf der Basis des ‚missionarischen Grüßens‘ so etwas wie das Reich Gottes zu
verwirklichen, indem Menschen aller Herkunft und aller Glaubens- bzw.
Nichtglaubensrichtungen angesprochen und willkommen geheißen werden. Welch
Freude bei unseren protestantischen Brüdern über die die Entwicklung eines
Kontaktes, über ein Lächeln, eine erste Nachfrage, eine solidarische Regung bei
Menschen, die in mehrfacher Hinsicht in ihrer Biographie als gebeutelt
angesehen werden können. Pastoral niederschwelligster Art ist das, initiiert von Idealisten, deren grenzenloses
Gottesvertauen sich mehrfach täglich in der Schlichtheit eines freiformulierten
Gebetes ausdrückte.
‚Und das Wort ist Fleisch
geworden, und hat unter uns gewohnt‘.
Diese zentrale Wahrheit des
Johannesevangeliums konnten wir sechs
aus Hildesheim als verwirklicht erfahren, nicht nur als Beobachter,
sondern auch als Mitwirkende, sei es bei einem Taufgottesdienst, sei es bei
einem Kinderfest , gefeiert und durchgeführt mit minimalsten materiellen
Mitteln. Was zählte war die Beziehung, die Ansprache, was zwar Überwindung
kostet, aber sogleich spontane Erwiderungen hervorbrachte – Zeichen von Vertrauen.
Welch Freude unsererseits während dieser paar Tage, von unbekannten Menschen angesprochen
zu werden, die sich uns – wer hätte das gedacht – erstaunlicherweise weit
öffneten und uns einen Einblick in die Herzen ihrer Biographie erlaubten, bei
aller Schlichtheit und Unbeholfenheit.
Ja, Gott zeigt sich im
Schwachen.
In der Sprache unseres
Glaubens: Hier wehte der Geist Gottes, der befreit und beflügelt.“
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