AB JETZT WIRD ALLES ANDERS
(G. Burkhard Wagner, Januar 2011)
Ich kann es fast hören, wie die
Kollegen des Vaters aus unserem kleinen Theaterstück sich zu Silvester mit
einem Glas Rotkäppchen-Sekt zuprosten und bedeutungsschwer verkünden: „Ich trinke
weniger Alkohol!“ Und „Ich mache mehr Sport!“ Dann klirren die Gläser und das
neue Jahr ist da. „Ab jetzt wird alles anders.“
Nun ja, mit den Vorsätzen ist das
ja so eine Sache. Zu jedem neuen Jahr werden neue Vorsätze gefasst oder die
alten noch einmal aufpoliert. Als Sätze vor dem neuen Jahr geistern sie dann in
unserem Hirn herum. Und die Frage stellt sich: Wie sieht das ganze vier Wochen
nach der Neujahrsnacht aus? Darf ich einmal in die Runde fragen, wer überhaupt
für dieses Jahr Vorsätze gefasst hat? [...] Und wer hat schon angefangen mit
der Umsetzung? [...] Wer schon jetzt wieder in den Seilen hängen sollte, dem
sei fröhlich zugerufen: Du bist nicht allein! Es gibt Leidensgenossen! Letztes
Jahr wurde ich am Rücken operiert. Und nach der OP habe ich mir fest
vorgenommen, weiter regelmäßig meinen Rückensport zu machen. Ich wollte schließlich
nicht nach kurzer Zeit wieder auf dem Tisch liegen und mich vom Chirurgen in
den Schlaf bringen lassen. Aber wenn ich die letzten Monate überblicke, dann
muss ich feststellen: Es gab hinsichtlich dieses Vorhabens kaum Veränderungen!
Freilich mag es sein, dass es
Menschen mit einem wesentlich ausdauernderen Willen gibt als mich. Das
bewundere ich. Ein Freund von mir geht jeden Tag eine halbe Stunde spazieren.
Er würde sonst den ganzen Tag nur am Schreibtisch sitzen. Ich bewundere das. Toll,
wer seine Vorsätze so konsequent in die Tat umsetzt. Vor all denen, die das
schaffen, kann ich mich nur verbeugen und sagen: Herzlichen Glückwunsch!
Aber oft werden die gutgemeinten
Vorsätze nicht viel mehr sein als heiße Luft. Ich habe da einmal einen Fön
mitgebracht. Der macht Wind. Und er produziert heiße Luft. Wenn ich mich damit bei
2 Grad Minus auf meinen Balkon stellen würde, um ihn zu heizen, dann wäre das
ziemlich sinnlos. Die Wirkung von Fönluft unter freiem Himmel geht gegen Null.
Der Vater in unserem Theaterstück
regt sich köstlich auf über seine Kollegen, die genau das zu tun scheinen: Sie
produzieren heiße Luft. Ohne irgendeine Auswirkung. Und der Vater sagt es ja
auch deutlich: „Erst hat er die große Klappe, und wenn’s ums
Umsetzen geht, ist nix mehr zu sehen davon.“ Wer einmal vollmundig Vorsätze geäußert hat und sie nicht umgesetzt
hat, der darf sich vielleicht nicht wundern, wenn er sich immer wieder den
einen Satz anhören muss: Wären deine Worte
eine Brücke, ich ginge darüber. Ich hatte mal einen Studienkamerad. Wenn der
sich etwas vornahm, dann sagte er meistens: „Morgen geht’s los!“ Tags darauf
war er mit seinem Vorhaben auch noch nicht wirklich weiter. Nur ein Vorsatz
stand am Abend wieder fest: „Morgen geht’s los!“ Wären deine Worte eine Brücke,
ich ginge darüber. Die Umsetzung unserer Vorsätze ist also eine ziemlich
vertrackte Angelegenheit. Die Vorsätze sind oft nicht mehr als hohle Phrasen. Heiße
Luft eben. Statt „Ab jetzt wird alles anders“ heißt es doch nur wieder „Alles
bleibt, wie es ist“.
Ihr lieben Leute, ich könnte nun verschiedene
Tipps geben, wie man denn seine Vorsätze doch noch irgendwie umgesetzt bekommt.
Damit es eben doch nicht bei dem Verströmen von heißer Luft bleibt. Es gibt da
sehr schlaue Internetseiten. Dort kann man lesen: „Fassen Sie Ihren Vorsatz so konkret wie möglich. Sprechen Sie Ihren Vorsatz vor Ihrem Partner
oder Freunden laut aus und bitten Sie um Kontrolle und Unterstützung. Planen Sie genau, wie Sie mit Versuchungen
und Hemmnissen umgehen werden. Lassen
Sie sich von Rückschlägen nicht aus der Bahn werfen.“[1]
Solcherlei Ratschläge sind bestimmt ganz hilfreich.
Doch ich möchte mich heute Abend
nicht in allgemeinen Ratschlägen ergehen, wie man das Abnehm-,
Aufhören-mit-Rauchen- oder Mehr-Sport-Vorhaben doch noch in die Tat umgesetzt
bekommt. Dazu kann man im Internet und in verschiedenen Ratgeberzeitschriften
schon genug lesen.
Ich möchte von einem erzählen, der
miterlebt hat, wie einer Vorsätze gefasst hat und wie diese Vorsätze keinesfalls
nur heiße Fönluft waren. Diese Erfahrungen findet man im ersten Teil der Bibel
aufgeschrieben.
Der Mann heißt Josua. Er steht
als Anführer an der Spitze des Volkes Israel. Vierzig Jahre lang sind sie durch
die Wüste gewandert und hatten nur ihre Zelte als Dach über dem Kopf. Kein
fester Wohnsitz. 3400 Jahre ist das her. Und nun steht Josua da – und schaut
von einer Anhöhe hinüber in ein Land, das ihm und dem Volk Israel versprochen
wurde. Das Land, das wir heute als Israel kennen. Dort werden sie bald hinziehen.
Dort werden sie bald leben. Er sieht weit
bis zum Horizont. Er sieht schemenhaft die Silhouetten
von Städten. „Was wird mich dort wohl erwarten?“, denkt er sich
vielleicht. „Werde ich den Aufgaben gewachsen sein? Werden wir es schaffen? Wem
werden wir dort drüben nur begegnen?“ Keine sehr
hoffnungsfrohe Situation. Da ist Ungewissheit, vielleicht auch Angst vor dem,
was da kommt.
Eine Situation, die der unsrigen
nicht ganz fremd ist. Das Jahr 2011 steht vor uns. Und manch einer wird
vielleicht gar nicht so hoffnungsfroh sein, wenn er an das denkt, was ihn in
diesem Jahr erwartet. Das Zittern vor dem Arbeitsamt, wenn die Stelle wieder
ausläuft. Fortsetzungen von Problemen in Familie und Ehe. Oder ein unerwarteter
Schicksalsschlag. Wer weiß das schon im voraus?
Josua ist in einer Situation, in
der nun ein anderer Vorsätze fasst. Es ist kein Geringerer als Gott selbst. Der
Gott, der durch alle Zeiten hindurch derselbe ist und lebendiges Gegenüber ist.
Dieser Gott fasst Vorsätze! Ohne Gläserklirren, ohne Begleitfeuerwerk. Aber mit
Nachdruck! Gott sagt zu Josua: Sei
getrost und unverzagt! Ich will dich nicht verlassen noch von dir weichen.
Es ist gut, wenn man Vorsätze
genau unter die Lupe nimmt. Auch dieser Vorsatz von Gott hat es in sich. Sei getrost und unverzagt! Ich will dich
nicht verlassen noch von dir weichen. Genau betrachtet könnte man auch
sagen: „Ich werde dich nicht übersehen, nicht über dich hinwegsehen.“ Schauen
wir uns das einmal an.
Wird jemand übersehen oder nicht beachtet,
dann ist er meist für den, der ihn übersieht, nicht so wichtig. Man sieht
darüber hinweg. Der Übersehene ist nicht auf gleicher Augenhöhe mit dem, der
ihn übersieht. Und wer übersehen wurde, der kann ganz schnell verlassen sein.
Ins Abseits geraten. Wenn ich mit jemandem spreche und die ganze Zeit an ihm
vorbei, über ihn hinwegsehe, dann wird der andere schnell merken, dass ich mich
für ihn gar nicht interessiere. Er wird merken, dass mir das eigentlich egal
ist, was er mir erzählt. Was uns in unserem menschlichen Umfeld manchmal
passieren kann, passiert bei Gott nicht.
Und genau das hat der Josua in den
Folgejahren immer wieder erlebt. Er hat erlebt, dass Gott zu seinen Vorsätzen
steht. In so mancher brenzligen Situation ist Gott an seiner Seite. Gott ist
kein himmlischer Fön, der eine Ewigkeit lang heiße Luft produziert. Gottes Vorhaben
heißt: „Ich sehe nicht über dich hinweg! Ich achte und beachte dich! Ich
verlasse dich nicht!“
Warum erwähne ich diese alte Begebenheit von Josua?
Weil sie ein Vorbild dafür ist, dass auf Gott Verlass ist. Gottes Vorsätze
kannst Du beim Wort nehmen. Seine Worte sind eine Brücke, über die Du sicher
gehen kannst. Gottes Vorsätze sind tragfähig wie die Rügenbrücke.
Und Gott hat diesen Vorsatz erneuert: „Ich
sehe nicht über dich hinweg! Ich achte und beachte dich! Ich verlasse dich
nicht!“ Er hat ihn ganz sichtbar in die Tat umgesetzt. Gott wird Mensch. Gott
kommt auf Augenhöhe. Der Name, der dafür steht heißt Jesus Christus.
Ich kenne einen Mann, der stand einmal in der
Fußgängerzone und hatte eine lange Stange in der Hand. Am oberen Ende in zwei
oder drei Metern Höhe war ein kleiner Zettel befestigt. Passanten wurden
aufgefordert, ein bereitgelegtes Fernglas anzusetzen und das Kleingeschriebene
vorzulesen, das auf dem Zettel stand. Was stand drauf? „Gott ist nicht oben!“
Ja, Gott ist nicht oben, sondern unten – auf Augenhöhe. Gott sucht in Jesus
Christus Gemeinschaft mit uns Menschen. Und dieser Jesus Christus wiederholt
und bestätigt den Vorsatz, den Gott gegenüber Josua schon geäußert hat. Jesus
sagt: „Ich bin bei Euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“ Und das heißt nichts
anderes als: „Ich sehe nicht über dich hinweg! Ich achte und beachte dich! Ich
verlasse dich nicht!“ Und zwar Dein Leben lang!
Deshalb: Nicht-Beachtung ausgeschlossen!
Mitsein garantiert! Jesus steht zu seinem Vorhaben. Auf diesen Vorsatz ist
Verlass! Was Gott zusagt, das hält er
gewiss. So heißt es an einer anderen Stelle in der Bibel. Gott ist kein
Heißluftproduzent, kein Phrasendrescher. Was
Gott zusagt, das hält er gewiss.
„Ab jetzt wird alles anders“ – was ein paar
Wochen nach Silvester manchmal wie ein schlechter Witz klingt, das wird durch
Gottes Vor-Satz in ein neues Licht gestellt. Wenn Gottes verbindliche Sätze vor
unserem Leben stehen, dann ist heilsame Veränderung angesagt. Wenn Gottes
verbindliche Sätze vor unserem Leben stehen, dann ist heilsame Veränderung
angesagt. Gottes Zusagen haben kein Mindesthaltbarkeitsdatum: Mindestens
haltbar bis: Silvester 2011. Sie gelten heute, morgen und für immer.
Sei getrost
und unverzagt! Ich will dich nicht verlassen noch von dir weichen. Ich
sehe nicht über dich hinweg! Ich achte und beachte dich! Ich verlasse dich
nicht!
Deshalb lade ich Dich ein, diesem Vorsatz
Gottes Vertrauen zu schenken. Ich lade Dich ein, es zuzulassen, dass Gottes
gute Sätze, Gottes Zusagen vor Deinem Leben stehen. Nimm Gottes gute Begleitung
für Dein Leben an. Denn seine Vor-Sätze gelten Dir.
So ist es
oder AMEN.
[1] http://www.berlinx.de/ego/0100/art6.htm
TOD IST TOT
(G. Burkhard Wagner, April 2011)
Vor kurzem fiel mir ein Aushang im
Amtsgericht Bergen auf. Dort war folgendes zu lesen: „Frau H. T. hat beantragt,
den verschollenen, am 03.07.1894 in Z. geborenen K. T., zuletzt wohnhaft
gewesen in Z., für tot zu erklären. Der Verschollene wird aufgefordert, sich
bis zum 18.04.2011 bei dem oben bezeichneten Gericht, Erdgeschoss, Zimmer Nr.
112 zu melden, da er sonst für tot erklärt werden kann.“ Zugegebenermaßen ein
wenig komisch: Ein Mann, mittlerweile im vermuteten besten Alter von 117
Jahren, soll sich im Gericht melden. Ansonsten wird er für tot erklärt.
Da hört man den deutschen Amtsschimmel
wiehern. Der Ottonormalverbraucher wird wahrscheinlich über diese Anzeige
schmunzeln. Denn es scheint ja zu 99,9 % sicher, dass ein 117jähriger
Verschollener tatsächlich tot ist und sich daher auch nicht im Erdgeschoss in
Zimmer Nr. 112 lebendig melden wird. Vielmehr wird er bereits seit langem seine
Zeit in einem besonderen Kellergeschoss zubringen.
Aber abgesehen davon steckt doch hinter
dieser Anzeige ein Anliegen: Es geht darum, eine Akte endlich schließen zu
können. Wenn einer für tot erklärt wurde, dann ist er juristisch gesehen
wirklich tot. Ein Toter kann dann auch keine Ansprüche mehr an irgendwen
stellen. Er hat keinen Einfluss mehr auf die Lebenden. Er ist endgültig aus dem
Melderegister gestrichen. Tot ist tot.
1. Da
schließen sich nicht nur die Aktendeckel. Sondern in diesen drei Worten
schwingt auch Ohnmacht mit. Du bist ohne Macht gegenüber dem Tod. Du musst den
Tod gewähren lassen. Du bist Zuschauer ohne die Möglichkeit, etwas tun zu
können. Da stehst Du hilflos dabei, wenn ein guter Freund oder jemand aus der
Familie im Sterben liegt. Der Tod ist anscheinend übermächtig. Dem ist man
nicht gewachsen. Der hat anscheinend das letzte Wort.
Über wie viele Menschen wurde wohl schon gesagt:
Tot ist tot. Über wen dieses Urteil gefällt ist, der kommt nicht wieder zurück.
Der ist für immer aus der Mitte der Lebenden fortgerissen. Das ist die
Wirklichkeit, die uns tagtäglich in den Nachrichten begegnet. Das sind aber
auch Erfahrungen, die jeder früher oder später selbst macht. Ein liebgewonnener
Mensch stirbt und ist für immer weg. Da klafft eine Lücke, die man nicht mehr
schließen kann. Was einem bleibt ist, ein paar Blumen aufs Grab zu stellen und
sich zu erinnern wie es war, als der Tote noch lebte.
2. Angesichts
dieser Machtlosigkeit gegenüber dem Tod keimte schon seit jeher im Menschen die
Hoffnung auf ein Danach auf. Der Tod kann doch nicht das letzte sein! Im alten
Ägypten glaubten die Menschen, dass der König nach seinem Tod viele Prüfungen
in der Unterwelt bestehen muss, um dann als Sonne am Himmel wieder zu erstehen.
Eine Art von Unsterblichkeit, die aber keiner jemals überprüfen konnte. Manche
Naturvölker präparierten ihre Toten so, dass sie nicht verwesten und stellten
sie im Dorf auf. Sie wollten auch weiterhin mit ihnen Gemeinschaft haben und
mit ihnen von Angesicht zu Angesicht reden können. Ein Ausdruck für die
Sehnsucht, die Kluft irgendwie zu überbrücken, die der Tod gerissen hat.
Wir gehen heute nicht mehr davon aus, dass
Angela Merkel nach ihrem Tod als Sonne am Himmel schwebt und wir stellen heute
keine Mumien mehr in die gemütliche Wohnzimmerecke. Für viele ist es
selbstverständlich geworden, dass mit dem Tod alles aus ist. Danach kommt
nichts mehr. Aus, Ende, vorbei!
Stattdessen ist da die Sehnsucht nach einem
besonders langen Leben. Da werden Anti-Falten-Cremes angeboten. Sie sollen das
äußerliche Altern aufhalten, damit man nicht zu früh an die eigene
Vergänglichkeit erinnert wird. Gesunde Ernährung mit Bio-Produkten ist der
Renner. Damit man gesünder und dementsprechend auch länger lebt. Wer später
stirbt, stirbt wenigstens gesund. Es gilt also, den Tod so weit wie möglich von
sich fernzuhalten. Das gelingt anscheinend am besten, wenn der Tod einfach
totgeschwiegen wird. Darüber redet man nicht. Der Tod soll uns vom Leib
bleiben.
Aber irgendwann ist er dann doch plötzlich da.
So wie vor einer reichlichen Woche, als ich hier in diesem Raum meinen
Geburtstag gefeiert habe. Mitten in all die Fröhlichkeit bekam ich einen Anruf.
Einer der besten Freunde unserer Familie ist an diesem Tag gestorben. Einfach
so. Unfassbar!
An solchen Stellen merken wir, dass niemand
dem Tod wirklich die Stirn bieten kann. Man kann ihm vielleicht „noch einmal
von der Schippe springen“. Aber irgendwann heißt es über jeden Menschen: Tot
ist tot. Wen der Sensenmann holt, der wird nicht wieder lebendig. Bis jetzt ist
keiner zurückgekehrt. Das war’s dann. Selbst den Totengräber erwischt es
irgendwann: Wer kaum hat 90 Jahr gelebt und scharrte manchen ein, wer andern
eine Grube gräbt, fällt endlich selbst hinein. So stand es einmal auf dem
Grabstein eines Totengräbers. Der Tod hat das letzte Wort!
3. An dieser
Stelle könnte ich meine Ansprache beenden. Was gäbe es da auch noch
hinzuzufügen? Ihr lieben Leute, aber gerade an dieser Stelle mache ich weiter.
Weil es zu diesem Thema noch etwas Entscheidendes zu sagen gibt.
Stellen wir uns einmal vor, in einem
Gerichtsgebäude hängt eine ganz ähnliche Anzeige wie die, die ich am Anfang
gezeigt habe. Aber der Wortlaut wäre ein wenig anders: „Herr Mensch hat
beantragt, den Tod, zuletzt gesehen am 31. März 2011 in einem kleinen
Erzgebirgsdorf, für tot zu erklären.“ Und dann würde unter dieser Anzeige dick
gestempelt stehen: „Antrag positiv bearbeitet!“ Das würde bedeuten, dass die
Akte Tod geschlossen wäre. Für immer. Der Tod hätte nicht mehr das letzte Wort.
Er wäre endgültig aus dem Schreckensregister der Menschheit gestrichen. Er
hätte seinen Schrecken verloren. Über ihm würde das Urteil stehen: Der Tod ist
tot! Das Leben hätte gesiegt.
Vielleicht klingt das für Sie ziemlich
unwirklich. Vielleicht unglaublich und unglaubwürdig. Vielleicht haben Sie
dafür auch nur ein müdes Lächeln übrig. Gerade weil jeden Tag so viele Menschen
sterben und der Tod so allgegenwärtig ist.
Aber gerade weil wir Menschen immer noch vom
Tod umgeben sind, tritt einer ins Blickfeld, der dem Tod das letzte Wort
verbietet. Einer, der den Tod für tot erklärt hat und damit für machtlos. Jesus
Christus. In zwei Wochen werden wir wieder daran erinnert. Die Ostereier an den
Sträuchern im Garten deuten es an: So wie aus einem Ei ein Küken schlüpft und
damit ganz neues Leben entsteht, so ist an Ostern etwas vollkommen Neues in die
Welt gekommen. Neues Leben ist in die Welt gekommen. Leben von völlig neuer
Qualität. Leben ohne Mindesthaltbarkeitsdatum. Ewiges Leben eben.
Jesus ist freiwillig und aus Liebe zu uns
Menschen jämmerlich an einem Kreuz krepiert. Er hat freiwillig und aus Liebe zu
uns die schreckliche Begegnung mit dem Tod gewagt. Jesus musste selbst sterben.
Er musste über sich das Urteil sprechen lassen: Tot ist tot. Der Tod dachte in
diesem Moment: „Den hab ich auch kassiert. Der kommt nicht wieder zurück!“ Und
meinte damit, auch in diesem Fall das letzte Wort gehabt zu haben.
Das war das erste Mal, dass sich Gevatter Tod
gründlich verschätzt hatte! Denn drei Tage später kann der Tod Jesus nicht
länger halten. Jesus lässt am Ostermorgen die kühle Gruft hinter sich. Jesus
ist auferstanden. Er lebt und springt dem Tod für alle Zeit von der Schippe. Viele
Menschen begegnen ihm. Kurz nach diesem Ostermorgen sind es gleich 500 Leute,
die ihn sehen. Christen in aller Welt bezeugen seitdem: Jesus ist auferstanden
und lebt! Du kannst ihn erfahren! Du kannst ihn in Deinem Alltag erleben!
An Ostern spricht Jesus endlich das
endgültige Urteil über den Tod: Der Tod ist tot. Jesus ist Sieger in diesem
Duell. Der Ostermorgen ist damit der entscheidende Moment in der Weltgeschichte,
der alles Bisherige über den Haufen wirft. Der Missionar Paulus, der eine ganze
Reihe Briefe geschrieben hat, Gemeinden gegründet hat und dafür immer wieder
verdroschen und mit dem Tod bedroht wurde, dieser Paulus sagt einmal: „Der Tod
ist auf der ganzen Linie besiegt!“ Und weil er dem auferstandenen Jesus begegnet
ist und weiß, dass er diesem Sieger gehört, schiebt er fast höhnend hinterher:
„Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein tödlicher Stachel? (1Kor 15,54b.55)
Seit Ostern wird der alte Traum vom ewigen
Leben wahr. Es gibt ein Danach. Jesus hat uns durch seinen Tod und seine
Auferstehung herausgerettet aus dem Gefängnis des Todes, aus dem wir uns selbst
nicht befreien können.
Wer an Jesus glaubt und ihm vertraut, wer
sich taufen lässt, der ist mit Jesus auf das engste verbunden. Wer getauft ist
und an Jesus glaubt, der hat Anteil an seiner Geschichte. Der wird eines Tages genau
wie Jesus die kühle Gruft und damit den Tod hinter sich lassen und für immer
bei Jesus sein. In Gottes neuer Welt, wo es keinen Tod mehr geben wird und kein
Leid und kein Schmerz mehr sein wird. Aus diesem Grund können wir auch heute
Taufe feiern, nicht trotz, sondern gerade wegen des Themas. Der Tod ist tot. Jesus
hat ein für allemal den Tod besiegt. Wer diesen Sieger in sein Leben lässt, der
bleibt nicht länger im dunklen Kellerverlies des Todes. Der hat begründete
Hoffnung, dass das Leben nicht auf dem Friedhof endet, sondern eines Tages
weitergeht.
Jesus sagt einmal: „Ich bin die Auferstehung
und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt. Und wer
lebt und an mich glaubt, wird niemals sterben.“ (Joh 11,25f.) Diese Sätze habe
ich noch meinem Großvater gesagt, ein paar Minuten bevor er gestorben ist. Das
war vor fast genau fünf Jahren. Mein Großvater hat in seinem Leben fest auf
Jesus vertraut und mit ihm gelebt. Ich habe geheult wie ein Schlosshund, als er
tot vor mir lag. Aber dieses Wort von Jesus hat mir unwahrscheinlich Trost
gegeben – „der wird leben, auch wenn er stirbt“. Ich wusste: Der ist nicht für
immer tot. Den sehe ich wieder! Und dann werden wir mit Jesus zusammen sein.
Für immer!
Ich möchte Dich einladen, diesem Sieger Jesus Christus zu
vertrauen. Er hat für Dich den Tod auf sich genommen. Er hat für Dich den Tod
überwunden und besiegt. Nimm dieses Geschenk an! Es geht um Dein ewiges Leben.
Um nicht mehr und nicht weniger.
ENGEL
(Cornelius Bach, Mai 2011)
Einleitung:
Ganz einfach Engel heißt es diesmal auf dem Plakat. Engel,
da haben viele ihre Vorstellungen davon und laut Umfragen glauben wohl die
Hälfte aller Deutschen, dass es so etwas gibt. Jeder zehnte will sogar schon
einmal einen Engel gesehen haben. Bilder von Engeln tauchen immer wieder im
Alltag auf. Manche haben kleine Engelfiguren zu Hause stehen oder haben sich
einen Schutzengel ins Auto gehängt. Auch in der Werbung und in diversen Aktionen wird immer wieder
auf Engel zurückgegriffen. Da gibt es nicht nur die gelben Engel vom ADAC, MV
hat ja seine eigene Schutzengelaktion gestartet.
Teil 1
Engelgestalten:
Ich weiß nicht, was sie für eine Vorstellung von Engeln
haben. Ganz typisch sind ja weiße Gewänder. Und die Flügel dürfen natürlich
nicht fehlen. Ich habe einfach mal im Internet nach Engelbildern gesucht, was
es da noch so gibt. Da gibt es ganz erotische Engelwesen und welche, die sehr
kämpferisch aussehen. Es gibt aber auch Bilder auf denen Engel ganz schwarz und
böse dargestellt sind.
Letztendlich ist das Aussehen der Engel aber gar nicht
wichtig. Von Bedeutung ist ja eher, was sie tun. Ganz so wie in dem
Theaterstück. Da ist dieser Hippie-Typ, von dem hätte man doch so ein
Entgegenkommen als letztes erwartet. Genauso ist es mit der Frau. Was für eine
verrückte Idee, mit einem Plüschtier Autofahrer anzuhalten. Und doch kann der
Papa, genau dieses Spielzeug, gerade sehr dringend gebrauchen. Wie ein
typischer Engel haben beide nicht ausgesehen. Trotzdem ist der Fahrer sich am
Ende nicht mehr so sicher, ob es Engel gibt.
Was wir uns für das Anspiel ausgedacht haben, dass passiert
auch in Wirklichkeit. Dazu habe ich ihnen einmal eine Geschichte mitgebracht:
1972. An einem kalten
Oktobermorgen steigt Ulrich W. in den Zug nach Leipzig. Dicker Nebel begrenzt
die Sicht auf 25m. Schon öfters ist Ulrich diese Strecke gefahren und immer ist
er gut angekommen. Doch diese Fahrt verläuft anders. Auf der eingleisigen
Strecke kommt ihnen der verspätete Expresszug nach Karlovy Vary entgegen.
Bereits fünf rote Haltesignale hat der Expresszug übersehen. Der Unfall ist
nicht mehr zu verhindern. Mit einer Geschwindigkeit von etwa 160 km/h rasen die
beiden Züge aufeinander. Die 100t schwere Lok des D-Zugs schiebt sich über den
Expresszug. Der erste Waggon, in dem auch Ulrich sitzt, wird zusammen
gequetscht. 22 Passagiere sind auf der Stelle tot. 17 sterben später noch im
Krankenhaus.
Ulrich wird für kurze Zeit
bewusstlos. Als er erwacht, stellt er fest, dass sein linkes Bein unter dem
Sitz eingequetscht ist. Nicht nur das, sein Fuß ist sogar durch die Decke des
Doppelstöckers gebrochen. Er kann ins untere Abteil sehen. Ulrich weiß sofort,
dass er in größter Gefahr ist. Er braucht Hilfe. Er muss aus dem Zug. Doch wie?
Da ist niemand mehr. Plötzlich bemerkt er nur einen halben Meter neben sich
einen Mann, mittleren Alters, der wie unbeteiligt im Gang steht. Ulrich fragt
ihn, ob er sich noch bewegen könnte und ob er nicht die Bank zurück ziehen
könnte. Auf die erste Frage antwortet der Mann einfach: Ja und dann richtet er
die Bank gerade soweit auf, dass Ulrich seinen Fuß ohne Probleme befreien kann.
Auf einmal ist der Helfer verschwunden. Ulrich W. kann durch einen Riss in der
Außenwand aus dem Zug springen. 3m sind es aus dem oberen Stock und dann kommt
noch die Böschung des Bahndamms dazu, doch auch hier passiert Ulrich nichts. Er
ist gerettet. Aber seinen Retter, den er vorher noch nie gesehen hatte, sieht
er nie wieder.
Ullrich W. sagt bis heute:
„Dieser Mann, war mein Engel. An dem Oktobermorgen 1972 habe ich erlebt, was
Psalm 91 heißt“ Da steht nämlich: „Denn
Gott hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen,
dass sie dich auf den Händen tragen und du deinen Fuß nicht an einen Stein
stoßest.“
Diese Geschichte ist Ulrich Wagner passiert, das ist der
Vater von Burkhard. Sie können also nachfragen, wenn sie genaueres Wissen
wollen.
Das es solche Engelswesen gibt, wird auch in Bibel immer
wieder berichtet. Wir stehen mit solchen Erlebnissen nicht alleine da. In der
Bibel haben Engel zum Teil sogar Namen. Sie heißen Michael, Raphael oder auch
Gabriel. Manchmal erscheinen die Engel aber auch ganz flüchtig und haben keinen
Namen. So wie in der Geschichte von eben.
Engel müssen also keine Flügel haben, sie müssen nicht
wohlgenährt und pausbäckig sein. Engel können in jeder möglichen Gestalt
erscheinen: mal sind es Gestalten aus hellstem Licht, mal erscheinen sie in
Menschengestalt, mal sind es unsichtbare Helfer. Nicht auf das Aussehen kommt
es an! Immer aber sind es Wesen, die etwas mit Gottes Fürsorge zu tun haben.
Der Engel ist stets ein Zeichen für Gottes unbegrenzte Möglichkeiten, unser
Leben zu erhalten und zu fördern. Und in einem bin ich mir sicher: Oft haben
wir es nicht einmal bemerkt, dass uns ein Engel beistand und Schaden von uns
fernhielt. Engel, das ist der Unfall, der nicht passierte. Das ist der Baum,
der nicht umfiel. Das ist die Leiter, die stehen blieb.
Genauso muss aber gesagt werden, dass Engel das Schlechte,
das Böse um uns herum nicht immer aufheben. Die Engel beenden nicht den
Unterschied, dass damals Ulrich Wagner mit vielen anderen gerettet wurde, aber
39 andere durch dieses Unglück starben. Warum das so ist? Darauf kann ich ihnen
keine und auch niemand anderes eine Antwort geben. Und dennoch bin ich mir
sicher: Engel sind Beschützer und Begleiter, die Gott uns sendet, als Zeichen
seiner Liebe, als Werkzeuge seiner Fürsorge.
Teil 2
Absender Brief Adressat:
Und da sind wir an einem ganz wichtigen Punkt. Gott sendet
seine Engel. Engel, das heißt vom Wort her eigentlich Bote. Das bedeutet Engel
sind Boten Gottes. Sie arbeiten nicht in eigenem Auftrag. Nein, sie sind von
höherer Stelle geschickt.
Ich versuche das mal mit einem Bild zu verdeutlichen. Ich
habe hier einen Brief mitgebracht, der wurde an mich geschickt. Eine Reaktion
von mir könnte sein: „Mensch, klasse. Schaut doch mal. Ich habe einen Brief
bekommen!!! Schau dir diesen Brief an, das Papier ist ganz glatt und rein weiß.
Die Kanten absolut gerade, was für ein Meisterstück!“ Was halten sie von dieser Reaktion?
Vielleicht denken sie: „Das ist doch ein ganz normaler Umschlag.“
Stimmt. Wie wäre es dann mit diesem Umschlag? So einen Brief habe ich leider
noch nicht bekommen. Beim Anblick dieses Briefes muss ich gleich wieder
schwärmen: „Was für Brief! So einen müsste man mal bekommen. Der Umschlag
sieht einfach wunderschön aus. Und groß ist der, ach was. Der ist einfach
riesig! Und nicht so langweilig weiß. Wunderschön, nicht kitschig. Einfach ein
Genuss für das Auge.“ Jetzt können sie mich vielleicht besser verstehen.
Wer von ihnen bekommt denn nicht gern solche Post? Aber der Einwand, dass dies
doch „nur“ ein Briefumschlag ist, der Einwand bleibt.
Viel wichtiger als der Umschlag, egal wie pompös der ist,
viel wichtiger ist doch der Inhalt und wirklich spannend wird es erst, wenn ich
weiß, von wem der Brief ist. Hat vielleicht meine Schwester geschrieben, von
der ich so gerne mal wieder hören würde? Oder ist der Brief vielleicht sogar
von meiner großen Liebe?
So ist das auch mit den Engeln. Engel sind wie der Brief.
Nicht auf den Brief/den Engel kommt es an. Viel wichtiger ist der, der den
Engel schickt: nämlich Gott.
Teil 3
Abschluss – Gott liebt uns:
Und Gott tut dies aus Liebe zu uns. Er möchte Kontakt zu
uns. Er will eine Beziehung mit uns. Und deshalb schickt er seine Boten, die
hier und da eingreifen. Hier und da treten sie als Schutzengel in Aktion,
bringen uns eine Nachricht, ein tröstendes Wort. Dabei ist die Macht der Engel
begrenzt. Anders ist es mit der Macht Gottes. Sein Reich endet nicht. Dass
heißt Lahme können wieder gehen, Blinde sehen wieder, Kranke werden gesund und
Arme werden zu Königskindern Gottes. Und das alles, weil Gott uns liebt.
Erst jetzt zu Ostern ging es darum, dass Gott sich auf seine
Liebe zu uns festnageln lässt. Darum ging es, als Jesus ans Kreuz genagelt
wurde. Und ganz am Ende, als sie Jesus zu Grabe getragen haben, auch da sind
wieder Engel im Spiel. Sie bringen den Freunden von Jesus die Nachricht: „Jesus
hat den Tod besiegt. Der Tod ist tot!“
Was Jesus kann, das kann kein Engel: Er rettet unser armes
Leben, er befreit von Schuld und er erlöst uns vom Tod. Darum wird man einen
echten Engel immer daran erkennen: Er macht sich selbst klein und Gott groß. Er
wird nicht auf sich verweisen, sondern allen Mut machen, sich Jesus
anzuvertrauen. Engel greifen hier und dort in unser Leben ein. Sie überbringen
uns eine gute Nachricht: „Willst du wirklich geborgen sein, dann mach dich auf
zu Gott. Willst du wissen, so ganz sicher wissen, dass du geborgen bist in
guten und in schweren Zeiten, dann beuge dich vor Gott und vertrau dich ihm an,
dann brich mit deinem alten Leben und fang noch einmal von vorne an.
Das ist die wichtigste Nachricht der Engel. Ganz gewiss. Amen
WER BIST DU; GOTT? ODER: WER HAT MICH EIGENTLICH ERFUNDEN?
(G. Burkhard Wagner, Juni 2011)
Es ist nur ein Roggenhalm. Da
geht man schon mal achtlos dran vorbei. Aber schaut man genau hin, dann gerät
man ins Staunen. Was kein Architekt hinbekommt, was einem Statiker unmöglich erscheint,
das ist für einen gewöhnlichen Roggenhalm am Wegesrand gar kein Problem: Dass
er nämlich 375mal so hoch ist wie sein Durchmesser. Würde man ein Hochhaus
bauen, das 75m Durchmesser misst, müsste dieses Gebäude 28125 m hoch sein. Das
wäre etwa 3mal so hoch wie der Mount Everest. Hier brauchen wir gar nicht
weiterzudenken. Der Roggenhalm macht das Rennen.
Nun bekamen wir ja schon im Theaterstück eine
Antwort auf die Frage nach dem Architekten des Roggenhalms. Gott wurde da
genannt. Er ist der größte Architekt. Und er hat sich nicht nur Roggenhalme
einfallen lassen.
Ich habe hier mal ein Bild von meiner Nichte
zweiten Grades mitgebracht. Margarete. Immer wenn ich bei Almut und Cornelius
bin, staune ich über Margarete. Als ich kürzlich nach 5 Wochen Seminar
wiedergekommen bin, da hab ich sie kaum wiedererkannt, so gewachsen ist sie. Jetzt
fängt sie an, einen schon anzulächeln. Am beeindruckendsten finde ich immer
wieder ihre großen Augen und ihre kleinen Finger. Da kann ich mich manchmal gar
nicht richtig satt sehen. Margarete ist einfach klasse!
Einer, der auch über kleine Kinder gestaunt
hat, ist Martin Luther. Das war der mit der Reformation und den 95 Prothesen an
der Schlosskirche in Wittenberg. Martin Luther hat einmal gesagt: Wann immer du einem kleinen Kind begegnest,
ertappst du Gott, den Schöpfer, auf frischer Tat.
Wenn wir also diese Frage an Gott richten
würden: Wer bist Du, Gott? Oder: Wer hat mich eigentlich erfunden? – dann würde
Gott wohl ungefähr so antworten – und damit würde er Martin Luther nur
zustimmen:
Ich bin der
Schöpfer. Ich bin der Erfinder alles Lebens. Ich habe dich erfunden und mir
ausgedacht. Mein ganzes Können hab ich bei Dir angewendet. Und ich muss sagen,
Du gefällst mir sehr gut! Ich finde, Du bist toll geworden! In meinen Augen
bist Du wirklich etwas ganz wertvolles. Lass Dir ja nicht von jemandem
einreden, dass Du das nicht bist! Leute, die so etwas sagen, haben keine
Ahnung.
In der Bibel gibt es eine ganze Reihe Leute,
die spannende Erfahrungen mit Gott gemacht haben. Diese Erfahrungen schlagen
sich nieder in Berichten über verschiedene Ereignisse. Manchmal aber auch in
Gesprächen mit Gott. Da sagen Menschen zu Gott, was sie von ihm halten und
warum sie an ihn glauben. Ein ganzes Buch innerhalb der Bibel ist eine einzige
Sammlung von solchen Gesprächen, auch Gebete genannt. Psalmen heißen diese
Gebete. Einer dieser Leute sagt einmal folgendes zu Gott:
Du hast mich geschaffen - meinen Körper und
meine Seele, im Leib meiner Mutter hast du mich gebildet. Herr, ich danke dir
dafür, dass du mich so wunderbar und einzigartig gemacht hast! Großartig ist
alles, was du geschaffen hast - das erkenne ich![1]
Da erkennt einer, dass er kein Produkt des
Zufalls ist. Er erkennt, dass da ein Architekt, ein Erfinder hinter seinem
Leben steht. Da ist ein liebevoller Schöpfer, der ihn gewollt hat und der ihn
liebt. Der Beter schaut sich im Spiegel an und staunt: Was muss das für ein Gott sein, der mich so gemacht hat!
Im Erzgebirge gibt es viele Schnitzer. Das
sind nicht solche, die sich andauernd Schnitzer leisten, nein, die haben
verschiedene Messer und schnitzen aus gewöhnlichen Holzstücken schöne Figuren.
Bis ins Detail wird da gearbeitet. Wenn eine Figur fertig ist, dann landet sie
nicht etwa im letzten Kellerloch oder verstaubt irgendwo in einer Ecke auf dem
zugestellten Dachboden. Der Künstler stellt sich seine Werke in die Vitrine.
Dorthin, wo sie gesehen werden, wenn Besuch kommt. Zu wertvoll sind ihm die
Figuren, als dass sie irgendwo verschwinden und vergessen werden.
Gott ist so ein Künstler. Er schafft bei
jedem Menschenkind ein neues Leben, etwas ganz besonderes, einzigartiges,
vorher nie Dagewesenes. Jeder ist ein
Original! Ich erinnere noch einmal an den alten Luther: Wann immer du einem kleinen Kind begegnest, ertappst du Gott, den
Schöpfer, auf frischer Tat.
Oder wie es in einem Lied heißt: Du bist gewollt, kein Kind des Zufalls,
keine Laune der Natur. Ganz egal, ob Du Dein Lebenslied in Moll singst oder
Dur, Du bist ein Gedanke Gottes, ein genialer noch dazu!
Aber nun sind wir nicht irgendwelche
Kunstwerke, bei denen es passieren kann, dass der Künstler, nämlich Gott, uns loshaben
will oder lieber in einer dunklen Ecke verschwinden lassen will. Weil er sich
vielleicht sagt: Oh, der gefällt mir aber
gar nicht. Da hab ich aber Mist gebaut. Den schmeiß ich weg! An diesem
Kunstwerk hab ich keine Freude. Die Nase ist viel zu groß und die Beine krumm. Und
diese Segelohren erst! Der ist nix wert.
Ganz im Gegenteil. Gott erfindet uns und ruft
uns ins Leben und möchte nun auch weiter mit seinen Geschöpfen zusammen sein.
Er möchte Gemeinschaft mit uns haben, weil jeder von uns ihm unendlich wertvoll
und wichtig ist. Weil es bei ihm eben keine Betriebsunfälle gibt!
Gott möchte nicht, dass Du ihm verloren
gehst. Er hat großes Interesse an Dir. Weil er Dich geschaffen hat und Dich
lieb hat.
Wer bist
Du, Gott? Ich bin Dein Schöpfer und ich
möchte mit Dir zusammen sein! Renn doch nicht weg von mir! Ich hab Dich lieb.
Ich hab mir bei Dir was ganz besonderes ausgedacht. Deswegen möchte ich Dich in
meiner Nähe haben! Komm doch zu mir!
[1] Psalm 139,13f. (HfA)
ICH BIN SO FREI
(G. Burkhard Wagner, August 2011)
13. August 1961. Mauerbau in Berlin. Vorbei ist es mit der
Freiheit der Ostberliner und der DDR-Bürger. Familien werden getrennt. Wer
rüber will, riskiert sein Leben. Viele versuchen, in die Freiheit zu fliehen.
Manche schaffen es. Andere müssen mit ihrem Leben bezahlen. Am 13. August 2011
war der 50. Jahrestag des Mauerbaus. Für mich ist das ein eigenartiges Gefühl.
Ich habe die DDR nur 9 Jahre erlebt. Viel habe ich nicht mitbekommen. Aber ich
weiß noch, wie ich als Kind dachte: „Ob ich wohl jemals in diesen Westen kommen
würde? Vielleicht wenn ich Rentner bin!“
Und dann kam der 9. November 1989. Die Mauer fällt. Die
Grenzzäune werden abgerissen. Ost und West liegen sich in den Armen. Wir sind
ein Volk! Wir sind frei! Wir können in den Westen! Die Welt steht uns endlich
offen! Freiheit! Mit meinem Vater habe ich damals schwarz, rot, gelbe
Betonstücke von einem Grenzpfosten im Vogtland geklopft. Dort, wo man vor
kurzer Zeit noch erschossen worden wäre. Wir waren frei!
Ich bin so frei! Ihr Leute, das ist es doch, was wir
landläufig meinen, wenn wir von Freiheit reden. Ich behaupte einmal, dass jeder
Mensch mehr oder weniger diesen Traum von der großen Freiheit träumt. Ich kann
dorthin reisen, wo es mir gefällt. Grenzen-los frei sein. Kein Ort der Welt ist
mir verschlossen.
Ich will keinen Zwängen unterstehen. Ich will unabhängig
sein. Ich will mir von niemandem etwas sagen lassen. Endlich richtig
selbstbestimmt leben. Ich will mich selbstverwirklichen. Ich will mein Leben in
die eigene Hand nehmen und daraus etwas machen. Ich weiß selbst, was gut und
richtig für mich ist.
All das verbinden wir mit dem Wort Freiheit.
Bei genauerem Hinsehen ist das mit der großen Freiheit
allerdings so eine Sache. Die Mauer zwischen Ost und West ist weg. Aber in
unserem ganz eigenen Leben existieren weiterhin Mauern. Es sind Mauern, die
meine Freiheit einschränken. Es sind Mauern, die ich selbst oft nicht zu
durchbrechen vermag. Wir haben das in unserem kleinen Theaterstück gesehen.
Ein paar wichtige Stichworte will ich nochmal nennen.
Stichwort Beruf: Ich muss irgendwie Geld verdienen. Wer im Beruf weiterkommen
will, der muss sich anpassen und unterordnen. Der muss das machen, was der Chef
sagt. Sonst war’s das mit der Arbeitsstelle.
Wer keine Arbeit hat, der erlebt möglicherweise erst Recht
diese eingeschränkte Freiheit. Da würde ich mir so gerne mal was leisten oder
irgendwohin verreisen, aber das Geld fehlt. Ich bleibe zuhause vor dem
Fernseher sitzen.
Ich würde gerne stattdessen was anderes machen. Aber
irgendwie kann ich das nicht. Also bleibe ich, wo ich bin, vor dem Fernseher.
Und zur Sorge um die fehlende Arbeit kommen noch verschiedene
andere Sorgen hinzu. Sorgen um die Familie, um die Treue des Partners, um das
Geld, um die Gesundheit, um die Zukunft. Sorgen, die unseren Alltag
beherrschen. Schon wenn die Gesundheit den Bach runter geht, ist es vorbei mit
der großen Freiheit!
Neben diesen „Mauersteinen“ gibt es aber auch Dinge, die uns
ganz persönlich betreffen. Wir selber
würden gerne anders werden. Aber wir merken, dass wir uns oft selbst im Weg
stehen. Ich nenne einmal ein paar Beispiele.
Da ist der Neid. Ich bin nie zufrieden mit dem, was ich habe.
Ich schiele ständig begierig nach dem, was andere haben. Hab ich das eine,
dauert es nicht lange und ich will das nächste.
Da ist der ständige Streit. Ich kann dem anderen nicht
vergeben! Niemals! Nicht dem! Der Groll gegenüber dem anderen bestimmt mein
Leben und nimmt mich gefangen.
Da ist die Lüge. Ich kann nicht anders als immer wieder zu
lügen. Eine Lüge zieht eine nächste und übernächste nach sich. Es ist wie ein
Strudel, in den man hinabgesogen wird.
Die Lüge ist mein ständiger Begleiter, sie ist zu einer
Lebenseinstellung geworden. Und diesen Lebensstil kann ich nicht ablegen. Durch
die Lüge gehen reihenweise Beziehungen in die Brüche. Bis ich am Ende allein
dasitze.
Da ist der Egoismus. Ich
will im Mittelpunkt stehen, ich muss
daran arbeiten, dass es mir gut
geht. Der andere ist erstmal egal. Das schränkt ein. Weil ich ständig mit mir
selbst beschäftigt bin.
Am augenscheinlichsten wird es, wenn Glimmstengel und
Bierflasche in den Blick kommen. Wer meinte nicht schon alles, einfach aufhören
zu können! Und lügt sich damit seit Jahren selbst in die Tasche. Weil er statt
frei gefangen ist.
Ich bin so frei. Bin ich wirklich frei? Liebe Leute, gerade
an diesen Beispielen sehen wir, dass der Traum von Freiheit sich als eine
geplatzte Seifenblase herausstellt! Wenn wir Freiheit verstehen als die
Möglichkeit alles zu tun, was wir wollen und völlig selbstbestimmt zu leben,
dann stellt sich das als eine große Täuschung heraus. Kein Mensch ist wirklich
frei.
Wir sind Menschen, die hinter Mauern sitzen. Wir sitzen oft
genug in einem Gefängnis. Und die Türklinke ist außen. Manchmal merken wir das
nicht einmal.
Ich könnte an dieser Stelle schließen mit den Worten: Ist
eben so. Kannste nix machen.
Aber weil ich Jesus kenne und von ihm irgendwie meine Klappe
nicht halten kann, mache ich grad an dieser Stelle weiter und erzähle eine
kleine Geschichte, die aus dem Leben von Jesus berichtet wird.
Eine Frau sitzt in der hinteren Ecke eines großen Raumes.
Viele Menschen sind gekommen, um ihn zu hören. Auch die, die ihn nicht mögen
und ihn für einen Spinner halten. Die Frau kann nicht alle Leute sehen. Nur
die, die direkt neben ihr sitzen. Sie sieht nur den Boden, der direkt vor ihren
Füßen ist. Seit 18 Jahren ist das so. Viele Menschen haben sie so gesehen.
Niemals konnte sie ihnen direkt in die Augen schauen. Ihr Rücken ist so stark
verkrümmt, dass sie nur mit einem Stock laufen kann. Oft wurde sie von den
Kindern verspottet: „Laufender Winkel!“
Wie oft hatte sie es sich in den vergangenen Jahren
gewünscht: „Ich will endlich aufrecht laufen. Ich will endlich keine Schmerzen
mehr haben. Ich will endlich frei sein von dieser Plage!“ Frei und ohne Stock
herumlaufen, das war ihr großer Traum. Endlich auf niemanden mehr angewiesen
sein. Manchmal hatte sie es versucht.
Hat ihren Stock fest umklammert und versucht, sich langsam
aufzurichten. Aber es ging nicht. Der Wille war da. Aber es gab keinen Weg aus
dieser Lage. Nun sitzt sie da. Sie hört nur, dass die anderen über sie
tuscheln. Wie immer. Aber da.
Hat sie jemand gerufen? Ja, der Stimme nach muss das Jesus
sein. Diese Stimme konnte sie zuordnen. Jesus hat mich gerufen? Was sagt er?
Ich soll zu ihm kommen. Na gut, dann gehe ich. Und sie erhebt sich. Alle
schauen auf sie. Auf ihren Stock gestützt und gebeugt schleppt sie sich nach
vorne. Dorthin, wo Jesus ist. Natürlich kann sie Jesus nicht direkt in die
Augen schauen. Sie sieht nur seine Füße direkt vor ihren eigenen. Sie sieht
nicht, wie Jesus sie mit festem und liebevollem Blick anschaut.
Und plötzlich sagt er die Worte, die für sie wie aus einer
anderen Welt kommen: „Frau, sei frei von deiner Krankheit! Frau, sei frei von
deiner Krankheit!“ Wie ein warmer Strom durchfährt es sie. Sie kann sich auf
einmal ohne Anstrengung und ohne Schmerzen aufrichten. Sie steht aufrecht vor
Jesus. Sie schaut ihm in die Augen und kann ihr Glück nicht fassen. Sie ist frei.
Ihr Leben ist plötzlich grundlegend verändert. Das, was sie selbst mit noch so
viel Willensanstrengung nie geschafft hätte, das hat Jesus geschafft. Er hat
ihr ein neues Leben geschenkt.
Diese Frau ähnelt uns. Krankheit, fehlendes Geld,
Arbeitslosigkeit, Streit, Neid, Egoismus, Lüge, Alkohol machen uns zu
verkrümmten Menschen. Wir laufen gebeugt durchs Leben. Unsere Perspektive ist
eingeschränkt. Unser Blick haftet auf dem Boden. Wir schauen nach unten. Wir
sind nicht frei, nach vorne zu schauen. Oft haben wir versucht, uns selbst zu
befreien. Wir haben uns zugeraunt: Ich schaff das schon! Aber das brachte nie
die Wende. Die Mauern wurden stattdessen immer höher.
Aber nun ist da Jesus. Er ist gekommen, um uns frei zu machen
von allem, was unser Leben kaputtmacht.
Und er ruft dir zu:
„Komm zu mir. Ich befreie dich! Ich mache dich frei von dem,
was dein Leben zerstört. Ich richte dich auf. Ich gebe dir eine ganz neue
Perspektive für dein Leben.“ Wie sieht das aus, wenn Jesus befreit?
Da wo vorher der Zwang zur Lüge dich im Griff hatte, dort
wirst Du auf einmal frei, die Wahrheit zu sagen. Du wirst frei vom Zwang,
andere immer anlügen zu müssen. Und du merkst, wie dadurch Beziehungen wieder
heil werden.
Da wo vorher verhärtete Fronten waren, dort wirst du frei,
dem anderen zu vergeben. Du wirst frei, dem anderen die Hand zur Versöhnung zu
reichen.
Da wo vorher der Egoismus war, wirst du frei, auch den
anderen zu sehen und ihm Gutes zu tun. Ganz uneigennützig.
Da wo Dich vorher die Sorgen aufgefressen haben, dort wirst
Du frei, Deine Sorgen bei Jesus loszuwerden. Weil Du erlebst, dass Jesus sich
darum kümmert, weil er Dich trägt und Dich nicht allein im Sumpf Deines Lebens
stecken lässt.
Jesus schenkt neues Leben. Egal wie lange Du schon gekrümmt
durchs Leben gehst. Ob 18 Jahre oder länger. Egal, was Dich unfrei und abhängig
macht. In der Beziehung zu Jesus ist Freiheit. Freiheit, die Jesus schenkt
bedeutet: Du musst nicht länger nach unten schauen. Dein Blickwinkel ist nicht
länger eingeschränkt. Du bist frei, endlich wieder durchzuatmen. Denn Jesus
richtet Dich auf. Jesus kappt die Fesseln Deiner großen und kleinen
Gefangenschaften. Jesus reißt die Mauern ein, hinter denen Du vielleicht schon
seit Jahren sitzt und Dich nach Freiheit sehnst.
Nur in der Beziehung zu Jesus wirst Du wirklich frei! Wer
sein Leben ihm anvertraut, wer anfängt mit ihm im Alltag zu leben, der wird
frei.
Wer sich abhängig von Jesus macht wird frei von dem, was das
Leben belastet und zerstört. Wen Jesus
frei macht, der ist wirklich frei. Der kann sagen: Ich bin so frei!
ABERGLAUBE
(G. Burkhard Wagner, Oktober 2011)
Da hat er sich wohl zu früh gefreut, unser junger Mann von eben.
Denn das wäre für ihn der Glückstag gewesen: An einem Freitag, den 13. die
Traumfrau kennenzulernen. Aber leider war es unserem charmanten Schamanen nicht
vergönnt. Am Freitag, den 13. verließ ihn das Glück.
So wie der jungen Frau im Theaterstück mag es wohl auch manchem
Zeitgenossen gehen, wenn er von Dingen wie schamanistischer Heilungsarbeit,
Sternenglaube und Freitag den 13. hört. Da entfernen sich manche lieber und
denken, der hat nicht alle Latten am Zaun. Das ist alles Quatsch.
Bauernfängerei. Überbleibsel aus dem Mittelalter. Darüber sind wir heute längst
hinweg.
Für viele andere
aber gehört er zum Alltag wie das tägliche Brot – der Aberglaube. Der Glaube an
etwas, was mein Leben in irgendeiner Weise bestimmt und positiv oder negativ beeinflussen kann. Bei einer
Umfrage eines Meinungsforschungsinstituts im Jahr 2005 hielten 42 Prozent der
Befragten das vierblättrige Kleeblatt für ein positives Vorzeichen. Für 40
Prozent bedeutete es etwas Gutes, wenn man eine Sternschnuppe am Himmel sieht.
36 Prozent der Befragten halten die schwarze Katze für etwas, das
Unglück bringen kann.[1]
Darüber hinaus wurde festgestellt, dass der Aberglaube trotz allem
Technikfortschritt immer größeren Zuspruch findet. Der Aberglaube scheint also
nichts zu sein, womit sich nur ein paar Verrückte beschäftigen.
Da wird dreimal auf Holz geklopft und währenddessen dreimal Toi
gesagt, wenn etwas gut gelaufen ist oder man jemandem Glück wünscht. Das
dreimalige Toi ist dabei nichts anderes als die dreimalige Anrufung des
Teufels. Maskottchen werden als Glücksbringer mit sich geführt. Klassische
Glücksbringer sind neben dem vierblättrigen Kleeblatt der Schornsteinfeger und das
Hufeisen.
Wenn allerdings wie erwähnt die schwarze Katze von links nach
rechts vor einem über die Straße läuft, dann bringt das angeblich Unglück. Einen
Talisman hängt man sich ins Auto, weil man glaubt, der könne einen vor
Blechschaden bewahren. Sicherheitsnadeln in der Kleidung oder Scheren unter der
Matratze werden ganz ähnliche Funktionen zugeschrieben. Sie sollen einen
schützen vor Schaden und negative Einflüsse fernhalten.
Darüber hinaus möchten viele etwas über die eigene Zukunft oder
die Zukunft von anderen erfahren. Ein Blick nach vorn, auf das, was einen in
ein paar Jahren erwartet – das ist für viele reizvoll. Ich wage zu behaupten,
dass man heute in allen größeren und kleineren Zeitungen Horoskope findet. Ganz
zu schweigen vom Internet. Manch einer sagt: Ich glaube da nicht dran, aber ich
lese sie trotzdem. Eigenartig. Irgendetwas scheint also doch daran zu faszinieren.
Wer es allerdings
ganz genau wissen will, der geht unter Umständen auch zur Wahrsagerin und lässt
sich die Karten legen oder die Handlinien lesen. In Deutschland gibt es mehr
als 10.000 Wahrsager. Der jährliche Umsatz beträgt etwa 250 Mio. Euro.[2]
Das zeigt wiederum, wie aktuell das Thema ist.
Und schließlich geht man bei Warzenbefall oder anderen Krankheiten
zur Besprecherin. Die spricht ein paar geheimnisvolle Worte und nach einer gewissen
Zeit kann sich tatsächlich eine Besserung einstellen.
Nun kann man
mit Recht fragen, warum sich all dieser Aberglaube auch heute in unserer
hochtechnisierten Welt so hartnäckig hält.
Ich wage einmal eine Antwort: Ob es nun bewusst ist oder unbewusst, aber
irgendeine Angst treibt Menschen um. Angst vor Schaden im eigenen Leben. Airbag
im Auto und ABS scheinen nicht auszureichen, um sich sicher zu fühlen. Den Rest
Unsicherheit muss ein Talisman nehmen.
Da ist auch eine Sehnsucht nach Glück. Die Sehnsucht nach etwas,
das mein Leben positiv beeinflussen könnte. Da ist die Suche nach etwas, auf
das ich mich verlassen kann, etwas das mir Halt gibt. Und dieses Etwas suchen
Menschen dann außerhalb von sich selbst. Der Aberglaube zeigt, dass dieses
Etwas etwas wissenschaftlich nicht Erklärbares ist. Aber auch die Zukunft zu
wissen ist in Zeiten wie den unseren enorm. Weil Menschen gerne wissen wollen,
wie das Leben verlaufen wird und auf was sie in Zukunft achten sollten, welche
Entscheidungen sie treffen sollten, um ein gelungenes Leben zu führen.
Was ist also
von dem allen zu halten? Alles fauler Budenzauber oder steckt doch mehr
dahinter?
Ich möchte versuchen,
drei Antworten darauf zu geben:
1. Unsichtbare Kräfte
Wer sich auf Glücksbringer oder Talismane verlässt, der möchte sie
nicht mehr loslassen. Irgendetwas scheint Menschen daran zu binden. Kaum einer
würde wohl seinen Talisman einfach wegschmeißen. Denn da ist die Angst vor
evtl. negativen Folgen. Auch wenn das vielleicht niemand zugeben würde. Aber damit
mache ich mich von den Maskottchen, Talismanen, Amuletten, Scheren unter den
Matratzen und Sicherheitsnadeln abhängig. Ich begebe mich in eine
Gefangenschaft. Ich bin nicht mehr frei! Denn wenn ich frei wäre, dann könnte
ich das alles von einem Moment auf den anderen im Mülleimer versenken und den
Aberglauben einfach lassen. Aber stattdessen ist da etwas unsichtbares, das
mich immer wieder fesselt.
Martin
Luther hat einmal gesagt: Wo dein Herz ist, da ist dein Gott. Woran wir unser
Herz hängen, das ist unser Gott, unser Götze. Und hier wird deutlich: den habe nicht mehr ich in der Hand,
sondern der hat mich in der Hand. Eine unsichtbare Kraft bindet mich und
mein Leben an diese Dinge. Wie die Frau, die zum Kaffeetrinken zu Ihrer
Freundin gehen wollte und unterwegs der schwarzen Katze begegnete. Sie kehrte
wieder um, ohne bei der Freundin gewesen zu sein.
Das Leben
wird nach den positiven oder negativen Vorzeichen ausgerichtet. Und das macht
unfrei. Das macht Angst. Das behindert Entscheidungen.
In diese
Reihe möchte ich auch das Thema Wahrsagen und Besprechen stellen. Manch einer
hat schon Hilfe durch eine Besprecherin erfahren. Aber der Preis dafür kann
hoch sein. Die Warzen oder die Gürtelrose mögen zwar weg sein, aber dafür
treten andere Belastungen auf. Menschen berichten von schweren Ängsten, von
Schwermut und Alpträumen. Genauso kann es nach dem Besuch eines Wahrsagers
zugehen.
2. Unsichtbare Kräfte sind keine unbekannten Kräfte
Im Internet habe ich auf der Seite eines Besprechers folgenden
Satz über die Wirksamkeit des Besprechens gelesen: „Hier wirken Kräfte, die wir
nicht beeinflussen oder begreifen können. Wir müssen sie einfach akzeptieren!“[3]
Für den Besprecher
sind es tatsächlich unbekannte Kräfte!! Man merkt einfach nur, dass sie wirken.
Aber wer diese Kräfte sind und zu was sie noch imstande sind, das bleibt im
Dunkeln. Wer weiß schon, ob sich diese Kräfte nicht irgendwann gegen einen
wenden.
Wer zum Besprecher oder Wahrsager geht oder gegangen ist, der hat
sich damit unwissend diesen Kräften ausgesetzt und sie in Anspruch genommen.
Auch wenn er weiterhin behauptet, dass er nur an das glaubt, was er sieht.
Was sind das für Kräfte? Sind sie tatsächlich unbekannt? Nein,
denn es gibt etwas, was diese Kräfte enttarnt hat. Und das ist das, was wir von
Gottes Seite aus darüber wissen. In der Bibel bekommen wir diese Kräfte
vorgestellt. Wir müssen also nicht im Dunkeln tappen. Es sind Kräfte, die sich
zerstörerisch auf unser Leben auswirken. Es ist der Teufel selbst, der durch so
manchen Aberglauben eine zerstörerische Macht über unser Leben ausüben will.
Möglicherweise
regt sich hier Widerstand. Denn einen Teufel anzunehmen, das ist doch wirklich
finsterstes Mittelalter. Der taugt vielleicht noch für ein lustiges
Kasperletheater. Aber sonst nichts. Aber der Teufel ist eben keine
Kasperlefigur, die erst richtig Spaß ins Puppentheater bringt. Der ist real! Er
tut auch wundersame Dinge, eben wie eine Heilung nach einer Besprechung. Aber gleichzeitig
verführt er Menschen mit der Lüge, die Sterne oder die schwarze Katze könnten unser
Leben beeinflussen.
Er verführt Menschen mit der Lüge, es sei gut und wichtig, sich
beim Wahrsager über die eigene Zukunft zu informieren. Aber damit führt er in
die Gefangenschaft, in die Abhängigkeit und zerstört das Leben.
An dieser Stelle höre ich aber auf, vom Teufel zu reden. Denn
allzu viele Worte hat er nicht verdient. Nur ist es wichtig, dass die „Kräfte,
die wir nicht beeinflussen oder begreifen können“ einen Namen bekommen.
Nachdem wir
nun viel über den Aberglauben gehört haben, möchte ich in der 3. Antwort viel lieber von Jesus reden.
Ihr lieben
Leute, Jesus ist keine unbekannte Kraft, von der man nichts Genaues weiß. Er
ist vielmehr eine Person, die wir kennenlernen können. Weil in ihm Gott
herunter gekommen ist auf unsere Welt. Gott ist in Jesus Mensch geworden und
hat unter Menschen gelebt. Was Jesus getan hat und wie er mit Menschen
umgegangen ist das lesen wir in der Bibel. Er hat Kranke gesund gemacht. Er hat
sich Menschen liebevoll zugewandt und ihnen neue Hoffnung für ihr Leben
gegeben. Menschen haben sich ihm vertrauensvoll angeschlossen und sind ihm
nachgefolgt. Weil sie merkten, dass er ihre Sehnsucht nach Leben stillt. Weil
sie gemerkt haben, dass Jesus das beste Mittel gegen die Angst ist.
Seine Nachfolger haben ihn reden hören: In der Welt habt ihr
Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden. Jesus ist stärker als
die Angst. Und Menschen sind Jesus nachgefolgt, weil sie merkten, dass ihre
Zukunft bei ihm in den besten Händen ist. Sie haben nicht im Voraus alles
gewusst, was passieren wird. Aber Jesus erschien ihnen vertrauenswürdig genug,
dass sie ihre Zukunft in seine Hände legten. Weil sie mit ihm eine wunderbare
Zukunft haben.
Den bösen Geistern hat Jesus den Kampf angesagt. Den Mächten, die
Menschen in Gefangenschaft halten. Den Mächten, die Leben zerstören. Jesus
nimmt die bösen und lebenszerstörerischen Mächte ernst. Für ihn sind sie keine
Akteure im Kasperletheater. Aber wo Jesus war, da mussten die anonymen Mächte
ihren Namen sagen. Jesus hat sie enttarnt. Damit jeder sehen konnte, was sie im
Schilde führen. Er hat sie besiegt. Vor ihm hat der Teufel nur noch klein
beizugeben. Jesus befreit aus den Bindungen des Aberglaubens, die sich über kurz
oder lang zerstörerisch auf unser Leben auswirken. Jesus befreit aus der
Unfreiheit.
Wahrscheinlich
klingt das heute Abend alles sehr herausfordernd. Und das ist es auch. Das geb
ich gerne zu. Aber ich lade Dich ein: Nimm die Herausforderung an und folge
Jesus nach.
Wenn Du Dich an irgendeiner Stelle wiederentdeckt hast, dann lass
den Aberglauben hinter Dir. Wende Dich an Jesus. Lerne ihn kennen und entdecke,
dass er es gut mit Dir meint und Dein Leben aus der Angst befreit. Schiele
nicht länger nach den Talismanen und Glücksbringern, die Dich unfrei machen.
Sondern nimm die Freiheit an, die Du durch Jesus geschenkt bekommst. Er liebt
Dich und sehnt sich danach, dass Du ihm Dein Leben anvertraust.
Am Ende soll
noch ein Liedvers stehen, der das Gesagte noch einmal auf den Punkt bringt.
„Schluss mit
anonymen Mächten, ich glaub lieber Gott, dem Echten, der es vorzog unter uns zu
wohnen, anstatt vornehm im Olymp zu thronen. Freund zu sein hat er versprochen,
und noch nie sein Wort gebrochen. Deshalb soll in meinem Leben auch nur der den
Ton angeben, der mich liebt und mit mir spricht. Aberglaube ist das nicht.“
WIE WEIHNACHTEN WAHR WIRD
(Cornelius Bach, Dezember 2011)
Ich möchte sie heute mit auf eine Reise nehmen. Also wir
verreisen nicht wirklich, aber meine Frau und mich beschäftigt nämlich die
Frage, wie wir Weihnachten feiern wollen. In zwei Wochen ist es ja soweit. Erst
kürzlich meinte meine Frau: „Wäre es nicht schön, unsere eigene
Familientradition für Weihnachten zu haben?“ Da kann ich ihr nur zustimmen. Bislang haben wir mit den Eltern Weihnachten
gefeiert. Seit unserer Hochzeit auch mal mit Freunden. Doch nun mit unserer
Tochter sind wir eine eigene kleine Familie.
Wie feiert man also Weihnachten? Wie wird Weihnachten wahr?
Dieser Frage will ich in den nächsten Minuten nachgehen und ich lade sie ein
mitzudenken.
Was denken die Leute
Erst letztes Wochenende war Weihnachtsmarkt. Da konnte man
sich bei einem Glühwein anschauen, was so alles zu Weihnachten gehört. Da gibt es z.B. verschiedene Sachen zum
Dekorieren. Von erzgebirgischen Schnitzereien bis zu blinkenden Sternen gibt es
alles. Kerzen, Deckchen, Mützen, Baumschmuck, Geschenke,… Sie können die Liste
beliebig fortsetzen. Und natürlich gibt es tolle Leckerbissen zu naschen. Gutes
Essen gehört doch zu Weihnachten, wie Soße zu Nudeln.
Diese materiellen Dinge, diese Gegenstände können aber nicht
alles sein. Sie sind schön und nett. Mit ein paar Kerzen wird die Wohnung
gleich viel gemütlicher. Doch warum diese Dinge gerade zu Weihnachten? In einem
Interview wurde ein Mann gefragt, warum er z.B. einen Weihnachtsbaum aufstellt.
Seine Antwort war: „Die Nachbarn machen das auch.“ – Da frag ich mich, ob seine
Nachbarn vielleicht dasselbe sagen. Dann würde er einen Baum aufstellen, weil
sie ... und sie, weil er … Mich
befriedigt diese Antwort jedenfalls nicht. Also, weiter auf der Suche „Wie
Weihnachten wahr wird“.
Viele Leute nennen Weihnachten das Fest der Liebe. Das
klingt doch toll. Sich endlich wieder vertragen und versöhnen. Ja, sich einfach
lieb haben und deshalb einander beschenken. Und dann mit der ganzen Familie
zusammen sein. Es ist so schön, einmal Zeit füreinander zu haben. Ich kenne
niemanden, der dieses Fest alleine feiern will.
Doch die Realität sieht anders aus. Zwar feiert die Mehrheit
der Deutschen Weihnachten mit der Familie, doch wie sieht es innendrin aus?
Kann man da von einem Fest der Liebe reden? Ganz wie in dem Theaterstück von vorhin. Der
Mann wurde von seinen Kindern alleingelassen. Immer höflich zu ihm haben ihn die
Kinder mit Geschenken eingedeckt. Doch der Alte hat sich etwas ganz anderes
gewünscht. Die Idee den Arzt anzurufen hat ihm immerhin einen kurzen Besuch beschert.
Auch von Leuten hier in Rotensee weiß ich, dass Weihnachten nicht alles wie
geschmiert läuft. Es gibt Streit. Einige Kinder haben keine intakte Familie.
Ehen gehen kaputt.
Weihnachten, als das Fest der Liebe, hilft an dieser Stelle
also auch nicht weiter. Wie wird Weihnachten dann war?
Was meinen Christen
Um tiefer einzutauchen, frage ich mich, worum es bei
Weihnachten wirklich geht. Hat das Fest nicht etwas mit Christsein zu tun? Ja, zu
Weihnachten feiern wir die Geburt von Jesus. Es ist mit das Wichtigste Fest der
Christen. Zu keinem anderen Gottesdienst gehen so viele Leute. Die Zeitung
Focus hat vor ein paar Jahren eine Umfrage dazu gemacht. In Westdeutschland
gehen 55% der Leute zu Weihnachten in den Gottesdienst. In Ostdeutschland sind
es immerhin 28%. Also etwa jeder dritte. Für viele ist es außerdem eine Zeit
der Besinnung. Man denkt an Gott, betet vielleicht oder liest die
Weihnachtsgeschichte aus der Bibel.
Aus solchen Aktivitäten lässt sich leicht eine Liste
zusammenstellen. Eine Liste von Bräuchen, die genauso zu Weihnachten gehören
wie der Tannenbaum. Doch ich habe es schon angedeutet: Es geht nicht um Bräuche.
Es geht darum, dass Jesus geboren wurde.
Weihnachten ist nicht einmal der Geburtstag von Jesus. Denn
den kennt keiner mehr. Jesus wurde vor etwas mehr als 2000 Jahren geboren. Das ist
Fakt. Erst ungefähr 400 Jahre danach hat man dann den 25.Dezember als
Geburtstag festgelegt.
Was wünscht sich Gott
Weihnachten ist daher kein Gedenktag, wie der 106.
Geburtstag des Opas. Denn erstens ist der genaue Geburtstag meines Opas
bekannt. Und zweitens lebt mein Opa nicht mehr. Jesus dagegen hat die Welt auf
den Kopf gestellt. Er ist nicht irgendein Mensch, er ist Gottes Sohn. Jesus
lebte etwa 30 Jahre lang und wurde am Kreuz hingerichtet. Doch der Tod konnte
ihn nicht festhalten. Wir Christen sind überzeugt davon, dass Jesus nach drei
Tagen von den Toten auferstand. Jesus lebt heute!
Uh, das war grad ganz schön viel auf einmal. Deswegen
nochmal einen Gang langsamer. Hier habe ich typischen Weihnachtsschmuck. Und
der stellt die Geschichte dar, um die es die ganze Zeit geht. Da stehen Maria
und Josef. Sie bekommen ein Kind. Das nennen sie Jesus. Das ist erst einmal das
normalste der Welt. Jesus wird in einem Stall geboren. Sie sind nämlich grad
unterwegs und haben keine Unterkunft bekommen. Ein Bettchen gibt es auch nicht.
Da muss ein Futtertrog mit Stroh herhalten. Das ist auch noch nichts
Unvorstellbares.
Verrückt ist jedoch, was die Bibel alles noch von dieser
Geburt erzählt. So kündigt ein Engel die Geburt an. Der sagt Maria, dass ihr
Sohn ein König sein wird und dass er von Gott gezeugt sein würde. Das Kind, was
da in der Krippe liegt, ist nicht irgendein Kind. Es ist Gottes Sohn! Es ist
Gott selbst.
Das müssen wir uns einmal auf der Zunge zergehen lassen.
Gott, der Mächtige, der Schöpfer der Welt, wird Mensch. Ja er macht sich klein
und wird ein hilfloses Baby. Gott kommt herunter. Er begibt sich auf Augenhöhe
mit uns. Was da passiert ist absolut nichts Alltägliches. Das ist als ob Feuer
und Wasser zusammenkommen. Und warum tut Gott dies? Er tut dies, weil er uns
liebt. Er will sich mit uns versöhnen. Er will Kontakt mit uns.
Letztes Jahr hatte ich einen Schlafsack dabei, um das zu
erklären. Vielleicht erinnert sich jemand von ihnen. Gott will bei ihnen
einziehen. Dafür nimmt er auch den unbequemen Platz im Schlafsack in Kauf. Was
ist das doch für ein Gegensatz? Der Schöpfer der Welt liegt als ein Baby in
einem Futtertrog. Der Herr der Welt kommt zu ihnen nach Hause, in ihre 60m²
Dreiraumwohnung. Das wünscht sich Gott. Deshalb ist er Mensch geworden.
Zielstrebig, aufopfernd, konsequent geht er diesen Weg. Und das alles nur, um
sich mit dir zu versöhnen.
Weihnachten ist deshalb kein Gedenktag! Wir gedenken der
Toten, der Gefallenen, doch Jesus lebt. Weihnachten ist stattdessen ein
Feiertag. Wir feiern, dass Gott sich den Weg zu bahnt.
Schluss
Zu Beginn unserer „Reise“ überlegte ich, wie wir als Familie
Weihnachten feiern wollen. Die Dekoration und gutes Essen gehören dazu. Sie
sind aber nicht das, worum es bei Weihnachten geht. Dann kam mir der Gedanke
mit dem Fest der Liebe. Oft sieht es leider anders aus, also viel diese Idee
auch erst mal flach. Und so ging es weiter auf der Reise. Ja, Weihnachten ist
ein christliches Fest. Dabei geht es nicht um Tradition oder um einen
Gedenktag. Zu Weihnachten feiern wir, dass Gott zu uns kommt.
Doch was heißt das nun für meine Frau und mich? Wir wissen
eigentlich immer noch nicht, wie wir Weihnachten feiern wollen. Doch in einem
sind wir uns sicher: Weihnachten wird wahr, wenn wir Jesus in unser Leben
aufnehmen! Christen überall auf der Welt sind diesen Schritt gegangen.
Ich fordere Sie heute Abend ebenso dazu heraus: Lass dich
auf Gottes Wunsch ein. Jesus lebt und will dir zur Seite stehen. Lass Gott in
dein Leben. Sag ihm, dass du ihn in deinem Leben dabei haben willst. Dann wird
Weihnachten auch bei dir wahr.
Das folgende Lied heißt Immanuel. Immanuel wird Jesus auch
genannt. Das ist ein Name und der heißt einfach: Gott ist mit uns. Sie können
gern mitsingen. Sie können aber auch einfach zuhören und die Gedanken von eben
weiterspinnen.
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